Dr. Jobst Landgrebe

KI und die Zukunft unserer Gesellschaft

Vortrag und Diskussion

Dr. Jobst Landgrebe wird oft als Universalgelehrter beschrieben, seine Veröffentlichungen spiegeln das breite Spektrum seiner Studien wieder. Philosophie, Medizin, Biochemie, Mathematik und Altgriechisch bilden, zusammen mit seiner unternehmerischen Erfahrung in der Umsetzung von KI-Projekten im Gesundheitsbereich, die Grundlage für Bücher wie Why Machines Will Never Rule the World oder The Myth of Machine Intelligence (erscheint 2026).

In ein Feuerwerk von Informationen hat uns Jobst Landgrebe im voll besetzten Sprechsaal eingetaucht, gespickt mit Humor und vielen praktischen Beispielen. Er folgt nicht der Panikmache, die in den Medien für Ängste sorgen.

Jobst Landgrebe bleibt nüchtern und konstatiert: „Die KI wird auf hysterische Weise überbewertet.“ Und er begründet es auch.

Er zeigt uns 2 lange mathematische Differentialgleichungen. Diese berechnen explizite und implizite Modelle, Large Language Models (LLMs), die Basis der KI.

Mathematik braucht Regelhaftigkeit, um aus der Flut von Informationen etwas Sinnvolles ableiten zu können. Je mehr Information, je größer die Stichprobe, desto größer die Chance Regeln und Sinn abzuleiten. Fallen Informationen aus dem Muster können sie nicht mehr logisch abgeglichen werden. Natürliche oder lebendige Systeme folgen aber nur selten beschreibbaren Regelmäßigkeiten. Hier liegt die Schwachstelle der KI. Er gibt ein Beispiel:

Wasser in einem Glas, solange es still steht, ist als logisches System mathematisch beschreibbar. Sobald man es anhebt und das Wasser in Bewegung versetzt ist es mathematisch nicht mehr nachvollziehbar. Die Wellenbewegung gehört zu den komplexen Systemen wie nahezu alles, was natürlich, lebendig oder intelligent ist.

Jobst Landgrebe sieht viele Äußerungen, die in den Medien heutzutage zur KI gemacht werden, kritisch. Intelligenz definiert er nach William Stern (1912) als Reaktionsfähigkeit auf das Ungewisse. So wird mehr und mehr deutlich, dass KI nicht als solche gefährlich ist. Gefährlich ist die Art, wie Menschen sie benutzen: z.B. als Waffen im Drohnenkrieg, im Kampf um die Meinungsdominanz oder zur geistigen Verrohung, besonders der nachfolgenden Generation.

Auch das Schreckgespenst der Massenarbeitslosigkeit entkräftete er. Unternehmen wenden sich bereits wieder von KI-Lösungen ab, da sich flexible reale Prozesse kaum in starre mathematische Modelle pressen lassen. Ein Beispiel: Die Codes, welche die KI schreiben sind teurer als die, die die Menschen schreiben. Zudem verschlingt das Training der KI Milliarden. Jobst Landgrebe kennt Firmen, die nach 1 Jahr die KI in dem Bereich wieder aufgegeben haben. Das Einsparpotenzial von Arbeitsplätzen durch die KI schätzt er auf maximal 5 bis 10 %.

Abschließend benennt J. Landgrebe die immensen Nachteile der KI für die Intelligenz unserer Kinder und Jugendlichen. Sie verlernen das selbstständige Denken durch die schnellen eingängigen Antworten der KI. Er verweist auf den bekannten Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer und sein Buch Digitale Demenz.

 »Wir brauchen nicht darüber nachzudenken, ob eine allgemeine KI irgendwann Bewusstsein hat oder die Menschheit vernichtet – das ist Science Fiction. Aber über reale Risiken und Gefahren von böswilligen Menschen, die KI für ihre Zwecke missbrauchen, müssen wir nachdenken – gründlich. Und über die Verantwortung der reichsten Unternehmen der Welt auch.« Prof. Manfred Spitzer

Er schließt seinen Vortrag mit einer Aussage: Macht funktioniert nur mit Zustimmung. Passivität wird als Zustimmung gewertet. Wenn das Kollektiv sich verweigert ….

Eins wurde uns Zuhörern jedenfalls sehr deutlich, Hysterie ist die falsche Reaktion – es liegt auch an uns. DANKE für diesen erhellenden Vortrag und die lebendige Diskussion!

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und wird als Video bald zur Verfügung stehen.

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