Eisbrenner

Tino Eisbrenner gab dem Kulturkreis Pankow die Ehre und gastierte am 21. Oktober 2022 im Berliner Prenzlauer Berg. Den Menschen, die in der letzten Phase der DDR ihre Jugend verbrachten, dürfte der Sänger und Rockpoet als Frontmann der Band Jessica bekannt sein, deren kometenhafter Aufstieg zwischen 1984 und 1986 seinesgleichen sucht. Nach nur einer Schallplatte war vorläufig Schluss, da die fünf Jungs, die ihrer Band einen Mädchennamen gegeben hatten, einigen Verantwortungsträgern in dem kleinen Land etwas zu frech geworden waren. Zwei der Musiker wurden kurzerhand zum Militärdienst eingezogen – eine Erziehungsmaßnahme. Noch bevor es weitergehen konnte, war die DDR Geschichte.

Seither arbeitet der Sänger mit wechselnden Besetzungen und hat über die Jahre sein Profil geschärft. Anspruchsvolle, teils lyrische Texte werden mit griffigen Melodien kombiniert. Hinzu kommt die unverwechselbare Stimme, die man getrost als Markenzeichen bewerten darf. Eisbrenner ist politisch geworden, was sich nicht zuletzt in seinen Liedern widerspiegelt. Außerhalb seines künstlerischen Schaffens engagiert er sich in diversen Friedensprojekten, ist Wanderer zwischen den Welten und Brückenbauer. 

Bei all seinem Tun bleibt der fast 60-jährige erfrischend unangepasst, schert sich wenig um die  allgegenwärtige Political Correctness und nennt Dinge beim Namen, die in der Öffentlichkeit oft verschwiegen werden.

Das Konzert war nicht zuletzt ein Erfolg für unseren noch jungen Verein und zeigte, dass der Kulturkreis Pankow auf einem guten Weg ist. So viel Eigenlob darf sein.

Es beginnt aus der Stille mit ganz leisen Tönen und einem sehr poetischen Liebeslied. Danach mischen sich die Themen der Lieder zum Leben, der Liebe, zu Krieg und Frieden. Mal laut und mal leise. Der Sänger kennt Menschen aus Russland und der Ukraine persönlich. Er hat dadurch eine eigene Sicht auf die Situation, die er mit uns teilt.
Und er weiß das Publikum zu schätzen, mit einzubeziehen.
Die Menschen im ganzen Saal verbinden sich mit Gesang, Rhythmus und Melodie. Was für eine fröhliche Verbundenheit in diesem Raum. Was für ein Künstler. Wir sagen Danke.

Jana Goede

Fotos: ©Scottiberlin

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