Die Phönix-Hypothese
Nachlese Varwick
Zu Gast im gut gefüllten Sprechsaal war der Politikwissenschaftler und Lehrstuhlinhaber an der Martin-Luther-Universität Prof. Johannes Varwick am Donnerstagabend.
Der Vortrag stand unter dem Motto : Nie wieder Krieg! Eine Illusion?
Über fünf Punkte arbeitete Prof Varwick eine sachliche Analyse heraus mit dem Ergebnis, dass der Wunsch nach dauerhaftem Frieden eine Illusion bleibt. Dabei stellte er deutlich heraus, dass den Kriegen immer ein Konflikt bzw. eine Interessenlage vorausgeht und keinem plötzliches Ereignis zuzuordnen ist. Am Beispiel des Ukrainekrieges unterschied er zwischen Verantwortung und Schuld. Dabei blieb er gegenüber Russland bei der Schuldzuweisung bezüglich der Führung eines Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Verantwortung, die zu dieser militären Offensive führte, übertrug er deutlich auch den Staaten des Westens.
In der anschließenden Disskussionsrunde stellte er sich den Fragen des Publikums. In den Fragen wurde die Sorge der Anwesenden deutlich, die durch den politisch manifestierten Sprachstil der „Kriegstüchtigkeit“ eine erneute kriegerische Auseinandersetzung mit Russland befürchteten.
Konsens zwischen Prof. Varwick und den Zuhöreren bestand in dem Willen, diplomatische Lösungen zu finden und militärische Auseinandersetzungen abzuwenden.
Auch wenn man sich z.B. in der Machtfrage nicht einigen konnte, so zeigte dieser Abend einmal mehr, dass unterschiedliche Meinungen trotzdem zu einem Austausch der eigenen Gedanken und Sorgen führen kann.
Der Sprechsaal bot erneut einen Raum, in dem sich kontroverse Ansichten auf einem sachlichen Niveau begegnen konnten. Diese Orte sind unabdingbar für den Erhalt der Debattenfähigkeit.
Steffi Schulz
für den KulturKreis Pankow

