Die Staaten der EU befinden sich einen Herzschlag von einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland entfernt – aber viel zu wenige scheint das zu beunruhigen. Im Westen glaubt man einerseits: Russland werde sich niemals trauen, die überlegene NATO anzugreifen – und liefert schwere Waffen in die Ukraine. Die Ukraine kämpft einen westlichen Stellvertreterkrieg, der immer weiter eskaliert. Andererseits werden von Spitzenpolitikern und Militärs unentwegt Ängste geschürt, Russland werde Länder der NATO direkt angreifen. Mit direkter Nato-Beteiligung wird der Krieg tief ins russische Kernland getragen, in der Annahme, auch eine Atommacht sei zu schlagen. Laufen wir sehenden Auges in eine Katastrophe?
Petra Erler, Alexander Rahr und Peter Brandt analysieren die Entwicklung und schlagen Schritte vor, die wegführen sollten von dem Abgrund, der sich aufgetan hat.
Gruppe Neubeginn
Es ist Zeit, neu zu beginnen. Das Erbe von Entspannungspolitik, Neuem Denken und globaler Kooperation des ausgehenden 20. Jahrhunderts wird ausgeschlagen. An immer neuen Stellen brechen Konflikte auf und werden militärisch ausgefochten, die zu einem Weltbrand werden können. In der EU kündigen die Herrschenden den Sozialvertrag auf und haben eine noch vor kurzem unvorstellbare Welle der Militarisierung begonnen. Rechte Politik gewinnt an Einfluss und Massenunterstützung. Die Ziele der Klimaneutralität werden wieder nachrangig. In dieser Situation lädt die 2019 gegründete Gruppe Neubeginn, inspiriert durch Antje Vollmer, zur offenen, unzensierten Diskussion und gemeinsamen Nachdenken ein. Was tun, wenn so vieles in die Katastrophe zu führen scheint? Ist dies nicht auch die Chance für eine grundsätzlich andere Politik?
Mitglieder der Gruppe sind Peter Brandt, Michael Brie, Daniela Dahn, Petra Erler, Dieter Klein, Alexander Rahr, Ingo Schulze, Hans-Eckard Wenzel und Gabi Zimmer.

